Das Projekt Wasser fürs Leben

Etwa 13% des brasilianischen Territoriums sind geschützte indigene Gebiete, die sich hauptsächlich im Amazonasgebiet im Norden des Landes befinden. Der Prozess der Demarkierung von indigenem Land ist komplex und zeitaufwändig.

Während der Militärdiktatur verteilte die brasilianische Regierung Land, das der Union gehörte, an Bauern, um das Landesinnere zu besetzen und die landwirtschaftliche Produktion zu steigern. Bei der Verteilung dieser Ländereien wurde jedoch die Existenz indigener Völker, die diese Gebiete bereits bewohnten, völlig außer Acht gelassen.

Viele indigene Tekohás im Bundesstaat Mato Grosso do Sul befinden sich in dieser Situation. Mit der Ausdehnung der Landwirtschaft im Cerrado-Biom hat sich der Landkonflikt zwischen den indigenen Völkern, den traditionellen Bewohnern des Landes, und den Bauern verschärft. Darüber hinaus stellt die im Cerrado praktizierte Landwirtschaft, die durch intensiven Einsatz von Pestiziden, Maschinen und Monokulturen gekennzeichnet ist, eine Bedrohung für die Existenz der indigenen Völker selbst dar.

Erstens erfolgt die Ausbringung von Pestiziden häufig mit Flugzeugen, die regelrechte Pestizidwolken erzeugen und nicht auf die besprühten Plantagen beschränkt sind. Außerdem sind viele Pestizide in den Böden und im Flusswasser imprägniert. So sind sowohl das Trinkwasser als auch das Wasser für die Gemüsegärten und die Landwirtschaft der indigenen Völker für den Verbrauch gefährdet.

Das Übermaß an Maschinen und Monokulturen beeinträchtigt die biologische Vielfalt von Fauna und Flora. Obstbäume, die zur Bestäubung auf Insekten angewiesen sind, bringen immer weniger Früchte hervor und werden immer seltener. Viele indigene Völker berichten, dass Pflanzen, die traditionell als Nahrungsmittel verwendet werden, verschwinden. Da es keine Biodiversitätsbank für indigene Völker gibt, verlieren sie langsam ihre eigene kulinarische und Lebensmittelgeschichte. Außerdem erhöht der Mangel an Nahrungsmitteln in den Tekohás die Abhängigkeit von Nahrungsmitteln, die außerhalb des Tekohás erzeugt werden.

In diesem Zusammenhang will das Project Wasser fürs Leben etwas bewirken. Unser erstes Ziel ist es, den Zugang zu Trinkwasser für indigene Völker, in der Gemeinde Naviraí und Antônio João, Mato Grosso do Sul zu gewährleisten. Außerdem wollen wir durch die Verbesserung des Zugangs zu Wasser den Anbau von Pflanzen retten, die traditionell von den indigenen Völkern genutzt werden, und so zu ihrer Ernährungssicherheit und zur Bewahrung ihres kulturellen Erbes beitragen.

Im weiteren Sinne trägt das Projekt zur ökologischen Nachhaltigkeit bei, da es durch die Erhaltung der lokalen Pflanzenarten und die nachhaltige Nutzung des Wassers direkte Auswirkungen auf die Umwelt hat. Außerdem hat das Projekt eine wichtige zivilisatorische Perspektive, da es den indigenen Völkern ein Leben in Autonomie und Würde ermöglicht.

Übersicht

Zielpublikum

  1. Tekohás (indigene Dörfer) Guarani-Kaiowá in den Gemeinden Naviraí und Antônio João, Bundesstaat Mato Grosso do Sul, Brasilien.

Zeitraum:

  1. Dezember 2021 (Entwurf) bis Dezember 2022 (Umsetzung)

Zielsetzungen:

  1. Zugang zu sicherem Trinkwasser schaffen
  2. Rettung des Anbaus von Pflanzen, die traditionell von indigenen Völkern verwendet werden
  3. Sicherung des kulturellen Erbes der indigenen Völker

Nachhaltige Millenniums-Entwicklungsziele

  1. SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
  2. SDG 13: Klimaschutz
  3. SDG 15: Leben an Land

Makro-Schritte:

  1. Datenerhebung und Diagnose
  2. Festlegung von Prioritäten
  3. Gemeinsamer Aufbau des Projekts und Definition von Meilensteinen
  4. Durchführung der Maßnahmen
  5. Rechenschaftspflicht und Bewertung

Bestandteile:

  1. Investitionen: Bau von artesischen Brunnen und Wassertanks
  2. Spenden: Saatgut und Setzlinge
  3. Kenntnisse: Workshops zur Wartung von Brunnen und Saatgut

Geldgeber:

  1. Entwicklungspolitische Zusammenarbeit des Landes Hessen
  2. Eigene Mittel

Partnerschaft:

1.     CIMI: Traduzir?

Beginn des Projekts

Dies ist die erste Arbeit im Rahmen des Projekts. Hier sehen wir die Bohrung eines artesischen Brunnens und den Bau eines Wassertanks in der Tekohá.

Erkundung des Grundwasserspiegels und Bohrung des Brunnens
Brunnen gebohrt
Bau eines Pumpspeichers und eines Wassertanks