Aufnahmestudio der Aldeia Guarani Pyau São Paulo

Ziel

Das Projekt zielt darauf ab, eine physische Struktur für die Tonaufnahme im Reservat Pyau São Paulo zu schaffen, für den Gebrauch von Rapper Wera Mc und den jungen Guaranis Mbya aus seinem Dorf. Dieses Aufnahmestudio stellt nicht nur Aufnahmemedien für junge Rapper und andere Musiker aus dem Dorf zur Verfügung, sondern ermöglicht auch die Aufnahme von Erzählungen der Ältesten, um ihre Kultur und Tradition der Guarani zu bewahren. Darüber hinaus kann es als Einkommensquelle für die Bewohner dienen, da sie CDs und Videos in der Gemeinde produzieren können.

1.Begründung

Dieses Projekt wird durch die Notwendigkeit, dem jungen Rapper sowie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit zu geben, ihre Kultur zu bewahren, aber auch die Vernachlässigung der indigenen Bevölkerung durch die Regierungspolitik mittels Audio an die Öffentlichkeit zu bringen, gerechtfertigt. Durch die Nähe zur Stadt und den Tod der Ältesten ist die Guarani Mbya Kultur des Pico do Jaraguá nach und nach verloren gegangen. Ein weiteres ernsthaftes Problem in der Gemeinschaft ist die hohe Zahl an Drogen- und Alkoholkonsumenten sowie die Ermordung junger Menschen durch Drogenhändler. Das Studio kann eine Alternative bieten, die Jugendgemeinde näher zusammenzubringen und ihnen die Chance und Motivation geben, ihrem Volke eigen musikalische und narrative Fähigkeiten zu entwickeln.

Das indigene Land der Jaraguá besteht aus vier Dörfern: Pyau, Itakupé, Itawerá und Ytu. Drei von ihnen sind von der Funai anerkannt, aber nur Ytu hat über 1,7 Hektar anerkannte und abgegrenzte Fläche, mit einer prekären Basisgesundheitseinheit (wo ein Kinderarzt und eine Gynäkologin wöchentlich ohne einen reservierten Raum ärztliche Versorgung anbieten) und zwei Schulen. Das Reservat ist umgeben vom Staatspark mit den letzten Fragmenten des Atlantischen Regenwaldes in der Stadt São Paulo, der von der Regierung Alckmin an Privatunternehmer “für Dienstleistungen oder die Nutzung von Flächen, die dem Ökotourismus und dem kommerziellen Holzeinschlag oder Waldnebenprodukten dienen können”, zur Verfügung gestellt wurde. Das indigene Reservat Jaraguá beherbergt 208.054 Einwohner.

Das Reservat verfügt über ein städtisches Zentrum für indigene Bildung und Kultur (Centro de Educação e Cultura Indígena – Ceci), in dem 170 Kinder im Alter von null bis sechs Jahren lernen. Die staatliche Schule Djekupe Amba Arandy, die aus Grundschule, Sekundarstufe und Erwachsenenbildung besteht, empfängt 250 Kinder und Jugendliche. Das Indigenenland Jaraguá besteht aus einer Siedlung von 200 einfachen Häusern aus Holz oder Zement, Lehmgassen, Hunden, die täglich dort verlassen werden, Hühnern und Kindern, die außerhalb der Häuser spielen, in einer für die heutigen städtischen Zentren undenkbaren Gemeinschaftserfahrung. Das indigene Gebiet hat keine grundlegende Sanitärversorgung und Infrastruktur, ist aber von Häusern und Nachbarn umgeben, die auch versuchen, in Gemeinschaft mit der Natur zu leben. Eine Eukalyptusplantage in der Nähe würde zur Dürre der Quellen des Flusses Ribeirão das Lavras beitragen.

2. Ausführungsort des Projekts

    Das Aufnahmestudio wird in einem Raum parallel zum Haus von Wera Mc eingerichtet, welches als Studio für das Dorf Pyau im Indigenenreservat Jaraguá in São Paulo angepasst ist.

3. Projektteilnehmer

Wera Mc – São Paulo – SP

4. Kommission Guarani Yvyrupa

Abá – Arbeitskreis für brasilianische Menschenrechte – Dourados – Mato Grosso do Sul

5. Wera MC

Hebert Martin, Wera MC, begann im Alter von neun Jahren (heute 22) zu singen. Er gründete die Gruppe Xondaros Mcs im Dorf Jaraguá mit der Absicht, zur Verteidigung unseres Volkes beizutragen, unsere traurige Geschichte zu singen, seine Rechte zu verteidigen und junge Menschen zu ermutigen, dem Kampf beizutreten. Er stammt aus einer Familie indigener Führer, seine Urgroßmutter war die erste Guarani Stammesführerin aus Jaraguá. Heute kämpfen sie um die Anerkennung des Landes und Lebensqualität.

http://folhanoroeste.com/indigenas-do-jaragua-cantam-rap-em-guarani-para-defender-causa-indigena/