Die Guarani-Kaiowás wurden seit dem 19. Jahrhundert aus ihrem Gebiet vertrieben, um Raum für den Agrarsektor zu schaffen. Die brasilianische Regierung plante damals die Erschließung der Region in Mato Grosso do Sul und förderte den Zuzug von Siedlern. Die Guarani -Kaiowás sind deshalb immer wieder Opfer von Gewalt und Vertreibung.

Heutzutage leben die Guarani -Kaiowás auf eine tragische Art und Weise: Durch den Verlust von nahezu ihrem gesamten Land in den letzten 100 Jahren stieg die Sterblichkeitsrate durch gewaltsamen Tod und durch Selbstmorde unter den Guarani-Kaiowás drastisch an und stellt nun eine der höchsten in Südamerika dar. Sie leben eingepfercht in kleinen Schutzgebieten , umgeben von Viehweiden, pestizidvergifteten Gensoja- und Zuckerrohrplantagen. Manche besitzen überhaupt kein Land und leben unter Planen am Straßenrand.

Der Fall der Guarani-Kaiowás in Mato Grosso do Sul zeigt, dass es eine unübersehbare Diskrepanz zwischen den formalen Rechten der Indigenen und deren realer Gewährleistung gibt. Um die Gewalt und die Unterdrückung zu beenden, muss die brasilianische Regierung den Demarkationsprozess das heißt,  die Grenzziehung der Gebiete der Kaiowás wieder aufnehmen und vorantreiben. Nur die Demarkation der indigenen Ländereien kann die Gewalt beenden.

Der Verein ABÁ setzt sich zusammen mit unterschiedlichen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) dafür ein, dieses Problem im Ausland bekannt zu machen sowie Spenden für Unterstützungsprojekte für die Guarani-Kaiowás zu sammeln, zum Beispiel für die Bezahlung von Rechtsanwälten, für Kleidung, für Schulmaterial, für Baumaterial und für den Erwerb elektronischer Geräte wie Handys und Laptops, (mit letzteren können die Guarani-Kaiowás bei Angriffen von Auftragskillern untereinander und auch mit NGOs kommunizieren).

Wir setzen uns ein für den Respekt, den Schutz und die Gewährleistung des Rechts auf Leben und anderer fundamentaler Rechte der Indigenen, zum Beispiel für das Recht auf kulturelle Identität, auf Bildung, auf angemessene Nahrung und Wasser.

© 2019 Abá e.V.